Dynamische Stromtarife · Stand 30.08. und 01.09.2026

Dynamische Stromanbieter im Vergleich

Für MiSpeL und Pauschaloption: 22 Anbieter, geprüft mit echten Angeboten, Preisblättern und den vollständigen AGB (zwei davon, lekker und Svea, nur mit Werten aus Zweitquellen) — was sie auf den Börsenpreis aufschlagen, was 12.700 kWh im Jahr kosten und was der Speicherhandel unterm Strich bringt.

Wer mit einem Speicher nachts Graustrom einkauft und tagsüber zurückspeist, braucht einen dynamischen Tarif — und einen Anbieter, dessen Vertragsbedingungen das nicht ausschließen. Hier stehen alle Anbieter nebeneinander, die wir mit echten Angeboten, Preisblättern und den vollständigen AGB geprüft haben: was der Anbieter selbst auf den Börsenpreis aufschlägt, was der Haushalt kostet, und was der Speicherhandel unterm Strich bringt.

Angebote und Preisblätter vom 30.08. und 01.09.2026 · Haushaltsanschluss mit 12.700 kWh im Jahr · Netzgebiet Netze BW (PLZ 88499) · amtlicher Abgabenblock 13,886 ct netto

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1 · Was der Anbieter aufschlägt — und was 12.700 kWh im Jahr kosten

Alle Anbieter reichen Netzentgelte, Umlagen, Konzessionsabgabe und Stromsteuer durch; für diesen Anschluss sind das 13,886 ct netto je kWh. Was darüber hinaus im Preis steckt, ist der Aufschlag des Anbieters — bei gut der Hälfte ausgewiesen, sonst aus dem Preisblock oder dem Arbeitspreis abgeleitet (Block brutto ÷ 1,19 − amtliche Sätze). Wir unterstellen dabei, dass alle Anbieter die amtlichen Sätze 1:1 durchreichen. Die Jahreskosten sind für 12.700 kWh Haushaltsbezug gerechnet, zum Börsenpreis der letzten zwölf Monate mit Haushaltsprofil, plus Grundpreis. Sortiert nach Jahreskosten.

grün: keine Verwendungsbeschränkung, keine Speicherklausel gelb: „überwiegend Eigenverbrauch“ als Haushaltskunden-Haken — vorher schriftlich klären rot: AGB schließen den Handel aus oder schränken ihn hart ein Schätzung: Börsenpreis oder Einheit nicht genannt (Ostrom, rabot, Volkswagen), Rest nicht trennbar (Tibber, LichtBlick), Wert nur aus einer Zweitquelle (lekker, Svea) oder Abrechnung nach Haushaltsprofil statt Lastgang (EWP) — Aufschlag nur abgeleitet Preismodell: fest = der Anbieter nennt einen festen Aufschlag in ct je kWh auf den Börsenpreis (z. B. Albwerk 1,70, Volkswagen 0,89); prozentual = Prozentsatz auf den Börsenpreis (LUOX); Block = der Anbieter nennt nur einen Block aus Abgaben und Marge, wir ziehen die amtlichen Sätze ab; aus Rechnung = Arbeitspreis des Angebots minus genanntem Börsenpreis minus amtliche Sätze (Tibber). Börsenpreis im Angebot: der Börsenpreis, mit dem der Anbieter sein Angebot gerechnet hat (brutto, meist ein 12-Monats-Schnitt). Steht dort „≈ … Modell“, nennt der Anbieter keinen — dann ziehen wir unseren Modellpreis (Basis der letzten zwölf Monate × Haushaltsprofil × USt) ab, und der Aufschlag ist nur so genau wie diese Annahme.
Grundpreis = Gesamtbetrag im Angebot für diesen Anschluss (mit Netz-Grundpreis und Messentgelt). Stammt der Gesamtbetrag aus einem anderen Netzgebiet (naturstrom, lekker, aWATTar, Svea, thermondo, E.ON, enercity, EWP), rechnen wir Anbieteranteil + 12,50 € für Netz-Grundpreis und Messentgelt bei Netze BW und kennzeichnen das mit „≈“; ohne bekannten Anbieteranteil steht die Untergrenze „≥“. Tibber: die Preisliste nennt 2,15 ct netto, aus dem Angebot (30,45 ct bei 7,91 ct Börse Ø 2025) bleiben 3,79 — der Rest steckt im angesetzten Börsenpreis. Volkswagen: Einheit des Transaktionsaufschlags nicht angegeben, als netto angesetzt. EWP: Beispiel aus dem Netzgebiet Potsdam, Börsenpreis laut AGB H0-gewichtet. Yello bietet daneben einen Zweitarif (Sparzeit/Normalzeit) — kein Börsentarif, nicht in der Tabelle.

2 · Was der Speicherhandel unterm Strich bringt

Gerechnet für die Musteranlage der Pauschaloptions-Vorlage: 30 kWp, 100-kWh-Speicher (90 nutzbar, Wirkungsgrad 0,88), 16.800 kWh Einspeisung, 900 kWh Reststrombezug, Modul 1. Tag für Tag mit den echten Börsenpreisen der letzten zwölf Monate: nachts im günstigsten Block laden, tagsüber im teuersten verkaufen — nur an Tagen, an denen die Sonne den Speicher nicht selbst füllt und der Spread die Abgaben trägt. Ausgaben = Ladung mit vollen Abgaben, Einnahmen = Verkauf plus die Erstattung, die auf diese Ladung entfällt. Haushaltsstrom und Grundpreis stehen bewusst nicht darin. Anbieter mit rotem Punkt werden mitgerechnet, aber ausgegraut — dort schließen die AGB den Handel aus oder machen ihn riskant (Verwendungsbeschränkung, Speicherklausel, Mengengrenze, Kündigungsrecht).

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3 · Was in den Vertragsbedingungen steht

Der Preis ist die halbe Frage. Es geht dabei nicht um die Bezugspflicht — die verbietet nur einen zweiten Lieferanten, keinen Speicher. Kritisch sind Verwendungsbeschränkungen („nur für den eigenen Letztverbrauch“), Speicherklauseln, Mengengrenzen, Meldepflichten für Verträge mit Dritten über einen anderen Bilanzkreis (§ 41d EnWG, teils gegen Entgelt) und die Haushaltskunden-Definition mit „überwiegend Eigenverbrauch“. Alle Zitate stammen aus den vollständigen AGB des jeweiligen Standes.

4 · So wurde gerechnet

  • Anbieterdaten: Angebote über die Tarifrechner der Anbieter (30.08. und 01.09.2026, 12.700 kWh, PLZ 88499); wo es keinen Rechner gibt, Preisblätter und Beispielrechnungen. Jedes Angebot wurde nachgerechnet und stimmt bis auf Rundung mit den Zahlen des Anbieters überein. Für lekker (Tarifportal) und Svea (Presse) nennt der Anbieter selbst keinen Aufschlag — beide als Schätzung markiert.
  • Amtliche Sätze (Netze BW 2026, netto): Netzentgelt 7,57 ct, Konzessionsabgabe 1,32 ct, KWKG 0,446 + Offshore 0,941 + § 19 StromNEV 1,559 ct, Stromsteuer 2,05 ct — zusammen 13,886 ct. Weicht der eigene Anschluss davon ab, verschieben sich abgeleitete Aufschläge entsprechend.
  • Aufschlag: entweder vom Anbieter ausgewiesen — fest je kWh (u. a. Volkswagen, SpotmyEnergy, naturstrom, Albwerk, E.ON, enercity, EWP) oder prozentual (LUOX) — oder abgeleitet: aus dem Preisblock (grüüün, LichtBlick, EnBW, entega, Yello, Vattenfall, Octopus: Block brutto ÷ 1,19 − 13,886) bzw. aus dem Arbeitspreis abzüglich des genannten Börsenpreises (Tibber). Nennt ein Anbieter nur einen Gesamtpreis ohne Börsenpreis (Ostrom, rabot), wird der Börsenpreis des Modells angesetzt — das ist eine Schätzung.
  • Börsenpreise: EPEX Day-Ahead DE-LU aus unserer Preis-API — Basispreis, Lade- und Entladeblock der letzten zwölf Monate; für den Handel die Tagesreihe mit Einstrahlung.
  • Rechtsrahmen: MiSpeL-Pauschaloption nach dem Arbeitsstand der Bundesnetzagentur vom 05.08.2026; Konzessionsabgabe wird nach diesem Stand nicht erstattet. Der Rechenkern ist derselbe wie im MiSpeL-Rechner, dort lässt sich jeder Anbieter mit der eigenen Anlage durchspielen.
  • Keine Rechtsberatung. Die AGB-Einordnung ist eine Lesart der Texte; zu der Frage, wann Netzbezug für den Speicher nicht mehr „überwiegend Eigenverbrauch“ ist, haben wir keine Rechtsprechung gefunden. Vor einem Vertragsschluss den Anbieter schriftlich fragen, ob planmäßiger Netzbezug zur Rückspeisung gedeckt ist.